Dieses Projekt wurde auf dem Educamp Hattingen 2016 von mir (Matthias Andrasch) zum ersten Mal vorgestellt. Danke an alle Feedbackgeber*innen!

Wie können Projektergebnisse gemeinsam bearbeitet und veröffentlicht werden? Der klassische Weg ist ein WordPressblog, welcher installiert wird und für welchen alle einen Benutzer*innen-Account bekommen. Welche Alternativen gibt es für dieses Vorgehen?

Im Media Literacy Lab Team haben wir uns einige Zeit mit der Plattform github.com beschäftigt. Diese ist vorrangig eine Plattform, mit welcher Programmierer*innen gemeinsam an Quelltexten von Software arbeiten können und bei welcher jede Änderung nachverfolgbar ist, eine sogenannte Versionsverwaltung. Viele Open Source Projekte werden auf github.com verwaltet und weiterentwickelt, z.B. das Mediawiki – die Software, die die Wikipedia am Laufen hält. Github.com eignet sich aber auch für das kollaborative Arbeiten sowie das Veröffentlichen von Inhalten. Github funktioniert hierbei in vielen Weisen anders als ein klassischer WordPressblog – Benutzer*innen arbeiten in ihren eigenen Projektduplikationen (Forks) statt auf einem zentralen Blog.

Durch die Funktion Github Pages auf der Plattform können zudem Inhalte ohne kostenpflichtiges Webhosting veröffentlicht werden – hier setzt der Open Online Explorer an: Wir haben darin eine offene Möglichkeit gesehen, dass ein bestimmtes Thema von mehreren Teilnehmer*innen erarbeitet werden kann, z.B. das Thema Digital Storytelling im (medien)pädagogischen Kontext in einem offenen Online-Kurs. Inhaltlich haben wir dabei drei Ebenen im Blick:

  1. Die Meta-Ebene: Online-Artikel, die in das Thema einführen, Konzepte und Hintergründe erklären
  2. Die Tool-Ebene: Online-Artikel, die konkrete Tools (Software, Online-Dienste, Apps) vorstellen
  3. Die Praxis-Ebene: Online-Artikel, die Erfahrungen aus der praktischen Arbeit mit einer Zielgruppe reflektieren

Der Open Online Explorer ist eine allgemeine, technische Vorlage, die diese thematischen Bereiche bereits eingearbeitet hat. Das Projekt findet sich hier – man kann es sich wie einen offenen Projektordner vorstellen, eine Datenbank wie bei WordPress gibt es nicht. Alles ist in diesen Dateien gespeichert und bearbeitbar: 
https://github.com/MediaLiteracyLab/open-online-explorer

Aus dieser Dateistruktur wird durch Github Pages automatisch bei jeder Änderung eine statische Webseite generiert: https://medialiteracylab.github.io/open-online-explorer/

Das Arbeiten mit Github und dem speziellen Feature Github Pages bietet hierbei folgende Vorteile:

  • Für das Webhosting fallen keine Kosten an, Updates wie bei WordPress sind nicht notwendig
  • Für das Einreichen oder Ändern von Artikeln ist nur ein github.com-Benutzer*innen-Account notwendig (Benutzer*innen müssen nicht in ein eigenes CMS wie WordPress eingebunden werden, um an Inhalten zu arbeiten)
  • Das Projekt kann komplett dupliziert und selbstständig weiterbearbeitet werden, bspw. zu einem anderen Thema oder in einer erweiterten Form (Dies bietet große Potenziale im Bereich der Open Educational Resources)

Tweets und Feedback aus der Educamp-Session

Monika Heusinger hat einen tollen Blogbeitrag zur Session geschrieben und auch direkt einige Edu-Akteure mit Githubprofilen verlinkt: Github zur Vernetzung im Bildungsbereich

Kai Obermüller hat einige schöne Dokumentationstweets in die weite Welt geschickt – danke auch hierfür:

 

Zum Finanzierunsgmodell der Plattform:

Learning by doing: Mit Github experimentieren

Für das Thema Digital Storytelling im (medien)pädagogischen Kontext haben wir einen sogenannten Fork erstellt, mit welchem Ihr gerne experimentieren könnt:

https://github.com/programmieraffe/digital-storytelling-beispiel

Die Webseite ist hier abrufbar: https://programmieraffe.github.io/digital-storytelling-beispiel/

Mögliche Arbeitsaufgaben, die einen Github-Benutzeraccount voraussetzen:

Einen neuen Artikel im eigenem Fork erstellen

Ein Fork ist eine Duplikation eines Projektes, der dann mit dem eigenen Benutzer*innen-Account frei bearbeitet werden kann.

  1. Einen Fork erstellen (oben rechts), das Projekt wird jetzt auf den eigenen Benutzeraccount dupliziert
  2. Eine Datei ändern – die Artikel liegen in den Ordnern “_articles_XXX”, erst jetzt erstellt der Statische Seitengenerator die Seite
  3. Für neuen Artikel: Eine neue Markdown(.md)-Datei z.B. im _articles_meta/-Ordner erstellen und oben die Meta-Informationen ergänzen (siehe Beispiel hier)
  4. Generierte Seite sollte nun unter https://<DEIN-GITHUB-BENUTZERNAME>.github.io/open-online-explorer abrufbar sein

<Screencast folgt>

c) Zu einem anderen Thema arbeiten

<Screencast und Erklärung folgt>

Technischer Hintergrund & Glossar

  • git = Versionsverwaltungssoftware für Quelltexte, bildet die Grundlage für die Zusammenarbeit
  • Github = Plattform, welche git anbietet sowie weitere Funktionen ergänzt
  • Github Pages = Funktion auf Github, welche das generieren von statischen Webseiten ermöglicht, Jekyll ist automatisch hierfür verfügbar (andere Generatoren ebenfalls nutzbar, aber dort muss manuell an anderer Stelle generiert werden)
  • Jekyll = Statischer Webseitengenerator, der aus Dateien eine statische Webseite (HTML) generiert
  • Markdown = Formatierungssprache, die sehr simpel daherkommt.
  • Repository = der Projektordner mit den Dateien und der gesamten Historie an Änderungen an diesen Dateien
  • Commit = Eine Änderung (neue Datei oder bearbeitete Datei) einreichen
  • Fork = Duplizieren eines Repositories
  • Merge = Eine Änderung “einpflegen” in ein Repository

Mehr zu Github erfahren:

Auf Grund der Komplexität des Themas werden hier weitere Screencasts vom Media Literacy Lab folgen.

 

Fragen? Anregungen? Kritik? Gerne in den Kommentaren posten! 🙂

Teaserfoto: Pixabay/CC0-Lizenz